Gruß aus Nias

Ya’ahowu - Guten Tag, oder besser Grüß Gott

So begrüßen sich die Menschen hier in Nias. Und wenn sie sich bedanken sagen sie „saogölö“, das ist niassisch. Oder sie sagen: "Tri makasi“, das ist dann indonesisch.

Ca. 30% der Menschen hier in Gunungsitoli sind Moslems. Um 4.25 Uhr rufen dann von drei oder vier Moscheen die Muezzin. Weiter im Süden und Westen der Insel sind fast alle Menschen christlichen Glaubens. Hier gibt es nur wenig Muslime.

Einquartiert sind wir in einem Museum mit angeschlossenem Hotel. Wir wohnen in Häusern, die so gebaut sind, wie vor hunderten von Jahren die Häuser für die Menschen, die angesehenen sind in einem Dorf. Es sind Holzhäuser, die auf Stelzen stehen. Toiletten und Waschgelegenheit liegen außerhalb des Hauses. Die Holzhäuser sind gut belüftet. Das ist wichtig für das tropische Klima hier. Und sie sind erdbebensicher. Sie sind so gebaut, dass sie schlimmstenfalls umkippen, aber nicht zusammenbrechen können. Das Wohnen hier ist von einem einfachen Lebensstil geprägt.

Die Gastfreundschaft ist sehr groß und wir werden überall freundlich empfangen. Zu essen gibt es mehr als genug und immer ist Chili dabei.

Seit dem großen Erdbeben 2005 und dem Tsunami 2004 ist hier sehr viel wieder aufgebaut worden. Aber die Menschen sind vor allem auf dem Land sehr arm. Auch in den Städten fällt auf, wie mühsam das Geldverdienen ist. Es ist manchmal schwer, eine Familie zu ernähren und Schulgeld und Studiengeld zu bezahlen. Oft kann nur ein Kind aus einer Familie länger lernen. Trotzdem sind die Menschen fröhlich.

Wir lachen viel und gerne und es ist mir eine besondere Freude mit den jungen Menschen an der STT Sundermann, der Hochschule der BNKP mit der unser Kirchenkreis eine Partnerschaft pflegt, zu diskutieren und gemeinsam den Glauben zu feiern. Wir nehmen viele Eindrücke und Begegnungen mit.

Die  jungen Theologiestudierenden sind auf der Suche nach Kontakt und Gesprächspartnern. Viele von ihnen haben Englisch gelernt um mit anderen reden oder sich schreiben zu können.

Wenn also jemand einen Kontakt zu einem der jungen Menschen hier in Nias sucht, kann er sich gerne an mich wenden. Ich vermittle einen Ansprechpartner oder eine Ansprechpartnerin hier. WhatsApp und Facebook machen den Kontakt einfach. Sie sind an Glaubenserfahrung reicher als wir, so dass wir in der Partnerschaft mit ihnen für uns und unseren Glauben sehr viel lernen können. Es geht also bei der Partnerschaft nicht nur um finanzielle Unterstützung. Auch "geistliche Güter“ können wir teilen. Wir begegnen einander auf Augenhöhe.

Frau Hannelore Volkers, ihr Mann, Jan Volkers und ich fühlen uns hier sehr willkommen und haben sehr interessante Gespräche. Interessanterweise stehen auch hier Strukturfragen an. Oft geht es um die Frage des Zusammenhaltes innerhalb der Kirche und der Kirchen auf Nias. Aber auch Fragen wie die Bezahlung von Pastoren im Ruhestand müssen hier beackert werden. Sie tun das sehr kreativ. Entrepreneurship ist hier die Regel. Viele Einnahmen erzielt die Kirche deshalb durch kleine Geschäftsideen und auch das Thema Mikrokredite steht auf der Tagesordnung.

Es ist eine spannende Zeit hier auf Nias.

 

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